Papageienkrankheit Definition
Die Papageienkrankheit bei Vögeln, die sogenannte Psittakose (bei Papageienvögeln) oder auch Ornithose (wenn sie andere Vogelarten betrifft) ist eine Infektionskrankheit. Das Bakterium Chlamydophila (früher Chlamydia) psitacci ist ihr Auslöser. Es vermehrt sich in den Zellen des befallenen Tieres und wird dann mit Kot, Nasen- oder Augensekret ausgeschieden. Seine sehr widerstandsfähige infektiöse Form ist in der Außenwelt viele Monate haltbar und wird vor allem mit Staub eingeatmet. In der Lunge befällt der Keim zuerst einige Zellen, von dort verbreitet er sich dann in den Körper. Schon wenige Tage nach der Infektion ist das Tier ansteckend für andere Vögel und Säugetiere. Die Papageienkrankheit ist auch eine sogenannte Zoonose, also eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übergehen kann.
Wie gefährlich ist die Papageienkrankheit?
Die Bandbreite der möglichen Symptome und ihrer Schwere ist sehr groß. Die Erkrankung kann unbemerkt ablaufen oder aber auch sehr schwer und innerhalb von Tagen tödlich sein.
Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Wie alt ist das Tier? Junge Tiere sind oft stärker betroffen.
- Wie leben die Vögel? Sind sie im Stress, z. B. wegen Zukauf neuer Tiere, Besuchen auf Ausstellungen oder Änderungen ihrer Haltung, sind sie eher gefährdet, schwer an der Papageienkrankheit zu erkranken.
- Wie gesund sind die Tiere? Ist der Vogel bereit vorher erkrankt gewesen oder erleidet er eine begleitende Infektion, wird die Papageienkrankheit vermutlich schwerer verlaufen, als bei einem gesunden, fitten Tier.
Papageienkrankheit Symptome
Häufig sind die Symptome der Papageienkrankheit recht allgemein: Apathie, mangelnder Appetit, Abmagerung und gesträubtes Gefieder kommen häufig vor. Auch Bindehaut- und Nasennebenhöhlenentzündung mit jeweils Ausfluss aus Augen und Nase werden gesehen. Wird der Ausfluss gelblich, haben sich weitere Keime eingenistet.
Die Papageienkrankheit verursacht aber auch Atemgeräusche (wie z. B. Schnarchen oder Keuchen) und erschwerte Atmung. Ebenfalls mögliche Folge der Erkrankung ist wässriger, grünlich-gelber Durchfall, evtl. mit Blutbeimengungen.
Ist das zentrale Nervensystem betroffen, kommt es zu Zittern, Krämpfen, Lähmungen und Herzproblemen.
Papageienkrankheit Diagnose
Wenn Sie Krankheitsanzeichen an Ihrem Vogel beobachten, konsultieren Sie bitte zeitnah einen vogelkundigen Tierarzt! Er wird Ihr Tier ausgiebig untersuchen. Zur sicheren Diagnose der Papageienkrankheit sind neben der körperlichen Untersuchung weiterführende Tests notwendig: Mittels Röntgen und Ultraschall kann ein Verdacht erhärtet werden. Schlussendliche Klarheit ergibt ein Labortest zum Nachweis der auslösenden Chlamydien. Manche Praxen führen vor Ort einen Schnelltest durch. Material zur Anzüchtung der Keime auf einem Nährboden muss in ein externes Labor geschickt werden.
Behandlung der Papageienkrankheit
Es gibt wirksame Antibiotika, mit denen die Krankheitserreger abgetötet werden. Es müssen stets alle Vögel behandelt werden, die mit dem erkrankten Tier zusammenleben. Im Anschluss an die Behandlung muss eine Überprüfung in Form von zwei Kotproben erfolgen, im Abstand von einigen Tagen.
Wichtig: Käfige und anderes Material, wie z. B. Kletterbäume in der Wohnung, müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden!
Die Wahrscheinlichkeit, dass betroffene Vögel genesen, ist hoch; die Behandlung schlägt in der Regel gut an. Leider können Chlamydien aber sehr zäh sein und trotzdem weiter ausgeschieden werden, auch, wenn es den Vögeln sichtlich gut geht. Sie sind dann immer noch ansteckend.
Kann man der Papageienkrankheit vorbeugen?
Die Papageienkrankheit ist übertragbar – z. B. über Käfigeinrichtung und Staub. Und von Vogel zu Vogel: So ist die Papageienkrankheit bei Wellensittichen oder weiteren anderen Vögeln als Papageien ebenfalls möglich. Außerdem sind wie bereits erwähnt auch Säugetiere betroffen. Eine Infektion lässt sich also nicht immer vermeiden. Dies liegt auch daran, dass latent (also versteckt) infizierte Vögel die Keime ausscheiden, ohne, dass man es mitbekommt. Hygiene und die Vermeidung bzw. Reduzierung von Staub stellen aber einen guten Schutz dar.
Wenn Sie sich einen neuen Vogel kaufen, der in die Gruppe integriert werden soll, halten Sie ihn möglichst erst in einer Einzelvoliere und lassen ihn auf Chlamydien testen, damit er nicht die Papageienkrankheit mitbringt. Vogelschauen o. Ä. sind natürlich besonders riskant, weil hier viele fremde Vögel aufeinander treffen.
Papageienkrankheit bei anderen Tieren
Wie bereits gesagt, können sich auch andere Tiere mit der Papageienkrankheit anstecken. Hunde zeigen dann z. B.
- Fieber
- Erbrechen & Durchfall
- Husten
- Bindehautentzündung
Diese Erkrankung heilt beim Hund zwar oft allein aus, manchmal muss sie allerdings mit Antibiotika behandelt werden. Besonders gefährdet sind Welpen und bereits chronisch kranke Hunde.
Papageienkrankheit beim Menschen
Menschen, die sich mit der Papageienkrankheit angesteckt haben, erleiden bisweilen Lungenentzündungen mit Fieber und starken Kopfschmerzen. Auch andere Symptome wie Gliederschmerzen und Kreislaufprobleme kommen vor. Die Erkrankung lässt sich in aller Regel gut behandeln, kann aber sehr gefährlich werden. Wenn Sie solche Symptome bei sich beobachten und zudem Vogelhalter sind, sprechen Sie Ihren Hausarzt gezielt darauf an! Ein Labortest schafft dann schnell Klarheit.
Fazit
Die Papageienkrankheit tritt zwar mittlerweile selten auf, kann aber sehr unangenehm werden – für Mensch und Tier. Die auslösenden Bakterien sind recht widerstandsfähig. Die Erkrankung lässt sich gut mit Antibiotika behandeln.
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